9-Euro-Ticket und dann?

Die Bundesregierung feiert sich für das Experiment des 9-Euro-Tickets, dabei war klar, dass viele Leute auf den ÖPNV angewiesen sind und auch Autofahrer bei preiswerten Angeboten gerne Bus und Bahn nutzen. Unseren Politikern ist die Bahn wohl eher fremd oder nur bekannt als Privatisierungsobjekt. Der Erfolg der Fahrgastzahlen wird jedoch gemindert durch Verspätung, Ausfälle, Überfüllung. Die Infrastruktur der Bahn lässt zu wünschen übrig. Vor allem auf dem Land, wie in MV, ist man von der nächsten Bahnstation kilometerweit entfernt, und der Bus fährt zwei Mal am Tag – besser: an Schultagen. Die „Allianz Pro Schiene“ fordert seit langem die Reaktivierung von Bahngleisen. In MV gehören dazu u. a. der durchgängige Betrieb der Südbahn, die Darß-Bahn oder die Anbindung Usedoms aus Richtung Berlin. Niedrige Preise sind das eine Wichtige, es braucht auch eine höhere Taktung und die Erschließung kleiner Ortschaften an das ÖPNV-Netz. Im Juli 2022 erreichte in einer Studie bspw. der Landkreis Ludwigslust-Parchim, als dünnbesiedelter Kreis, für sein Rufbussystem den deutschlandweiten Spitzenplatz. Der ÖPNV in seiner Gesamtheit muss als Gemeineigentum gesehen und auch so behandelt werden, denn Mobilität ist kein Luxusgut! Wir schließen uns der Forderung für ein 365-Euro-Ticket an und stehen für die kostenlose Nutzung von Bus und Bahn bspw. für Schüler, Studierende, Rentner und Menschen mit Behinderung ein.

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