Kundgebung gegen das Schweigen in Stralsund

Am Montag Abend versammelten sich ca. 80 Stralsunder*innen am Alten Markt der Stadt um den Opfern des Neonaziterrors um NSU und Verfassungsschutz zu gedenken. Zu der Kundegebung haben die Linkspartei und das örtliche Bündnis „Rock gegen Rechts“ aufgerufen. Die Fraktion der Linken unterbrach ihre Fraktionssitzung um sich geschlossen an der friedlichen Kundgebung zu beteiligen. Auch die Grünen unterbrachen eine Veranstaltung um ein Zeichen zu setzen. Genossinnen der DKP waren ebenfalls anwesend.
Anders als in anderen Städten verlief die Veranstaltung in der Hansestadt jedoch nicht ohne Zwischenfälle.
Wie indymedia berichtet, wurden bereits vor der Kundgebung etwa 30 mit Fahnenstangen bewaffnete Neonazis im Umfeld des Alten Marktes gesichtet. Diese wurden zu diesem Zeitpunkt jedoch von der Polizei wissentlich ignoriert. Die Beamten*innen schritten erst ein, als ca. 15 Neonazis die Gruppe der Kundgebungsteilnehmer*innen, unter denen sich auch Kinder befanden, offen und direkt angreifen wollten. Laut Augenzeugen*innen befand sich unter den Angreifer*innen auch der NDP Bürgerschaftsabgeordnete Dirk Arendt.
Nachdem die Beamten*innen die Faschisten*innen weg begleiteten, konnte die „Kundgebung gegen das Schweigen“ fortgesetzt werden. Mit Beiträgen von der Initiative „Rock gegen Rechts“ und der Linken wurde an die traurigen Geschehnisse der letzten 10 Jahre gedacht. Denn darüber scheinen längst nicht alle Bürger*innen der Stadt informiert zu sein. Denn, warum ein Mitglied der Stralsunder Bürgerschaft, an einer neonazistischen und offen gewalttätigen, provozierenden Aktion unbehelligt teilnehmen konnte, ein Antifaschist jedoch in Gewahrsam genommen wurde, bleibt ein Rätsel. Es scheint so, als wären die Geschehnisse um NSU, Geheimdienst, Verfassungsschutz und Polizei den Stralsunder Beamten*innen bis dato unbekannt.

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