Armut konkret: Denk ich an die Rente in der Nacht…

Denk ich an die Rente in der Nacht, dann bin ich um den Schlaf gebracht. Ob sich Heine zu einer Abwandlung seiner berühmten „Nachtgedanken“ hinreißen ließe, weiß ich nicht, aber viele, die ihren Rentenbescheid erhalten, können dort ihre düstere Zukunft sehen. Viele Jüngere machen sich keine Gedanken darüber. Wirklich sicher ist nur die gesetzliche Rente, im Gegensatz zu windigen privaten Vorsorgemodellen, an denen die Versicherungskonzerne Millionen verdienen. Deswegen muss es um die Stärkung der gesetzlichen Rente gehen, also eine drastische Erhöhung des Rentenniveaus, das laut Peter Altmaier, Bundeswirtschaftsminister und CDU, künftig nicht über 40 % liegt (bis 2025 soll das Niveau bei 48 % festgeschrieben werden). Weiterhin soll ab 2040 der gesamte Rentenbetrag versteuert werden, der über dem Freibetrag liegt. Lag der zu versteuernde Anteil bei 50 % 2005, wird dieser bis 2021 jährlich um 2 %-Punkte steigen und danach jährlich um einen. Sollte der Status quo des Rentenbeginns mit 67 Jahren beibehalten werden, könnte ich 2057 in Rente gehen, mit einem Anspruch von rund 1230 €. Immerhin informiert die Dt. Rentenversicherung, dass die Rente höher ausfallen kann durch Anpassungen, die wiederum aber künftig geringer ausfallen, als die Löhne steigen könnten. Auch der Kaufkraftverlust schlägt zu. Sollte die Inflationsrate jährlich bei mehr als 1,5 % liegen, kann die Rente nach heutigen Maßstäben nur noch die Hälfte wert sein, und das bei steigenden Preisen, Mieterhöhungen und Teuerungen im ÖPNV. Die Umlagefinanzierung gehört überdacht und der steuerliche Zuschuss erhöht. Woher das Geld nehmen? Beispielsweise aus dem Rüstungsetat, der 2020 mehr als 50 Mrd. € betragen soll! Rente statt Rüstung!

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