Theoretische Grundlagen als Basis fürs Handeln

Vom 1. bis 3. April führte der Landesverband der DKP Mecklenburg-Vorpommern sein erstes Bildungswochenende diesen Jahres in Stralsund durch. An dem Wochenende nahmen knapp 20 Genossinnen und Genossen aus verschiedenen Teilen des Bundeslandes teil, unter ihnen auch Mitglieder der Partei Die Linke. Im Zentrum unserer Bildungsveranstaltung standen die weltanschaulichen Grundlagen der Kommunistischen Partei: der wissenschaftliche Sozialismus, dem wir uns in zwei Modulen am Samstagnachmittag und am Sonntagvormittag widmeten. Die – von uns vorab den angemeldeten Teilnehmerinnen und Teilnehmern als Lektüre empfohlenen – Passagen aus dem Kommunistischen Manifest („Bourgeois und Proletarier“) und dem Kapital (zum Mehrwert) erwiesen sich hierbei in dem gegebenen Format als geeignet, auch und gerade jüngeren Genossen, denen diese Texte zuvor noch nicht oder kaum bekannt waren, eine anschauliche Einführung in zentrale theoretische Problemstellungen des wissenschaftlichen Sozialismus zu bieten. Dies galt auch für die Erarbeitung von Lenins Drei Quellen und drei Bestandteile des Marxismus, in der die theoretischen Grundlagen des Marxismus pointiert dargelegt und deren Aktualität und Unverzichtbarkeit für den Klassenkampf unter imperialistischen Bedingungen herausgestellt werden.

Nicht zu kurz kam allerdings auch der Austausch über die aktuellen Herausforderungen für die kommunistische Weltbewegung und nicht zuletzt für die deutschen Kommunisten aufgrund der jüngsten Entwicklungen in der Ukraine. Die kriegerische Austragung der Konflikte zwischen NATO und EU einerseits und der Russischen Föderation andererseits geht auf die Osterweiterung der NATO und deren aggressives Gebaren insbesondere gegenüber Russland zurück. Als Kommunisten sehen wir keine fortschrittliche Perspektive in einer fortdauernden Infragestellung der elementaren Normen und Prinzipien des geltenden Völkerrechts, der nationalen Unabhängigkeit und territorialen Integrität irgendeines Staates. Die NATO und besonders Deutschland haben diese völkerrechtsnihilistische Politik seit den 1990er Jahren auch in Europa wieder „hoffähig“ gemacht. Unter dem Vorwand, „Europa“ gegen eine vermeintliche russische (und chinesische) Bedrohung zu „verteidigen“, werden derzeit in einer ungeahnten Aggressivität auch „Friedensdemonstrationen“ offen zu Zwecken der Aufrüstung und des militärischen Eingreifens in Konflikte außerhalb von EU und NATO instrumentalisiert, nationalchauvinistische Boykottaufrufe gegen alles „Russische“ von Politik und „Zivilgesellschaft“ begünstigt und bisher undenkbare Rüstungsprojekte und Energiepreistreiberei als alternativlos dargestellt, ja, geradezu verherrlicht. Kommunisten bleibt – neben allen anderen fortschrittlichen Kräften – auch hierzulande nichts anderes übrig, als sich solchen Bestrebungen, die ja in aggressiver Weise Klasseninteressen – die der Monopolbourgeoisie – zum Ausdruck bringen, entgegenzustellen, wo immer es möglich ist – die „Alternative“, sich den Regierenden anzubiedern und den Klassenkampf einzustellen, lohnt sich nicht.

Während des Wochenendes wurde einem jungen Genossen das Parteibuch überreicht. Das kommende Bildungswochenende – ein halbjährliches Format, das wir nach einer längeren Corona-bedingten Pause erst vor einem halben Jahr wiederaufnehmen konnten – haben wir regulär für den kommenden Spätherbst ins Auge gefasst.

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