Thälmannehrung in Rostock

Anbei veröffentlichen wir den Redebeitrag unseres Genossen Daniel Schikora, den er anlässlich der Thälmannehrung in Rostock Reutershagen vor 30 Personen hielt:

Liebe Freunde, liebe Genossen, liebe Kameraden,

der DKP-Gruppe Rostock ist es eine große Ehre, im Schulterschluss mit befreundeten sozialistischen und antifaschistischen Organisationen Ernst Thälmanns zu gedenken, dessen Ermordung sich heute zum 76. Mal jährt. Wie bereits bei unserer Gedenkkundgebung zum 75. Jahrestag der Befreiung vom Hitlerfaschismus am 8. Mai dieses Jahres war es uns mit Blick auf die Fortführung der Tradition des Thälmann-Gedenkens hier in Reutershagen wichtig, uns bündnispolitisch breiter aufzustellen – was uns gemeinsam mit unseren Genossen von der Linken Reutershagen und Nordost, dem Rotfuchs Rostock sowie von Hart Backbord Rostock auch diesmal gelungen ist. Auch in dieser Hinsicht gilt es – selbstverständlich nicht nur an den von uns begangenen Gedenktagen –, dem Vermächtnis des großen proletarischen Revolutionärs Ernst Thälmann noch stärker als bisher gerecht zu werden: Der Kommunist und Gewerkschafter Thälmann war alles andere als ein parteipolitischer Sektierer, er und seine Kampfgenossen verfochten mit großem Nachdruck den festen Zusammenschluss der Werktätigen, unabhängig von ihrer Parteizugehörigkeit, in einer Einheitsfront gegen die Monopole und nicht zuletzt gegen deren aggressivste Handlanger, die Hitlerfaschisten.

Mit Thälmann gedenken wir eines Menschen, der zeit seines Lebens gegen imperialistisches Unrecht, gegen die Diktaturbestrebungen des Hauptfeindes der deutschen Arbeiterklasse, der deutschen Monopolbourgeoisie, eintrat – und der sein Leben in diesem Kampf für die Freiheit – für unsere, nicht für ihre – opferte. Anders als die rechte Sozialdemokratie war er nie bereit, offen reaktionäre, antidemokratische Kräfte und Notstandsregime zu unterstützen, um ‚Schlimmeres zu verhindern‘: 1932 stellte die KPD fest, wer Hindenburg wähle, wähle Hitler, und wer Hitler wähle, wähle den Krieg. Nie sah er im Triumph der Nazis etwas anderes als eine vorübergehende Niederlage seiner Partei und der arbeitenden Bevölkerung, nie brach er mit dem proletarischen Internationalismus, nie distanzierte er sich von der Komintern und von der Sowjetunion. Sein Vertrauen in die Besiegbarkeit des Hitlerfaschismus – und letztlich des Imperialismus insgesamt – fasste er in der prägnanten Feststellung „Stalin bricht Hitler das Genick“ zusammen.

Vor 76 Jahren, am 18. August 1944 wurde Thälmann in Buchenwald – nur wenige Monate vor der Selbstbefreiung der Gefangenen dieses Konzentrationslagers im April 1945 – von denjenigen feige ermordet, denen es nie gelungen war, ihn dazu zu bringen, seinen Überzeugungen abzuschwören.

„Thälmann ist niemals gefallen“ – allerdings wurde, bis heute, auch seinen Todfeinden, den Trägern und Profiteuren des deutschen Imperialismus, noch nicht das Handwerk gelegt. Der Klassenkampf setzt sich fort, von der Seite der Herrschenden in Deutschland zeigt er sich in immer dreisteren Vorstößen zum Abbau demokratischer und sozialer Rechte der Werktätigen, nach außen in den wütenden Kampagnen gegen die Staaten, die sich imperialistischen Diktaten nicht zu unterwerfen bereit sind. So sieht sich heute etwa das Volk von Belarus mit offenen Einmischungsversuchen ausgerechnet eines deutschen Chefdiplomaten konfrontiert, der sich offenbar nicht damit abfinden will, dass das Land sich seit 76 Jahren, seit dem 3. Juli 1944, niemals mehr unter deutscher Herrschaft befand – und dass dort, anders als z. B. in Belarus‘ Nachbarländern Litauen, Lettland und Ukraine, die Glorifizierung militanter Antikommunisten und Hitlerkollaborateure sowie der Ausverkauf von Nationaleigentum (auch) an deutsche Monopolisten kein Regierungsprogramm ist. Die deutsch dominierte EU hat sich bisher zwar nicht als in der Lage erwiesen, z. B. im Bereich der Pandemiebekämpfung sich in irgendeiner Weise so zu zeigen, wie sie sich selbst gern darstellt: als demokratisch-rechtsstaatliche und solidarische „Interessen- und Wertegemeinschaft“, aber ihre Qualität als Unruhestifter und Faschismusexporteur in ganz Europa und darüber hinaus stellt sie bedauerlicherweise stets von Neuem unter Beweis.

Fahren wir also damit fort, den deutschen Imperialismus, der in Westdeutschland unter Mitwirkung der Mörder an Ernst Thälmann wiedererstand, der die DDR – also Thälmanns Deutschland – zerstörte, und der heute wieder durch offene Gewaltandrohung und -anwendung gegen andere Völker hervortritt, als das zu brandmarken, was er ist: als friedensunfähig, und zwar nach außen wie nach innen. Zerschlagen wir ihm überfälligerweise seine Hände!

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