Thälmann steht für den organisierten Klassenkampf

In Rostock und Stralsund gedachten u. a. Genossinnen und Genossen der DKP, der SDAJ und des Rotfuchs, an Thälmanns Geburtstag vor 134 Jahren. Wir haben, aufgrund der aktuellen Situation bzgl. Corona, zum individuellen Gedenken aufgerufen und möchten an dieser Stelle den geplanten Redebeitrag für das Rostocker Gedenken veröffentlichen.

Der Geburtstag Ernst Thälmanns jährt sich dieses Jahr zum 134. Mal. Er war ein Kommunist der ersten Stunde und blieb es bis zu seiner Hinrichtung im KZ Buchenwald durch die Gestapo 1944. Als Vorsitzender der KPD verhalf Thälmann der Partei durch seine politische Arbeit zum Aufschwung. Als großer Theoretiker galt er nicht, er war viel mehr ein ehrlicher Arbeiter. Als aktives Gewerkschaftsmitglied des Zentralverbandes der Handels-, Transport- und Verkehrsarbeiter vermochte er es, die Interessen seiner Kollegen und Kolleginnen durch Massenstreiks und bei Lohnverhandlungen zu vertreten, durchzusetzen und selbst zum Kämpfen zu animieren. 1918 trat er der USPD bei. Als gewählter Vertreter der Hamburger Bürgerschaft kämpfte er für bessere Lebensbedingungen der Hamburger Arbeiterschaft, insbesondere für die Hafenarbeiter und -arbeiterinnen. Ab seinem Beitritt in die KPD 1920 begannen die kommunistischen Ideen in ihm zu reifen. Er las Lenins Schriften, er ging demonstrieren, er kämpfte. Kommunistische Bildung war für ihn essentiell. Er hatte Lenin verstanden und verstand es, dass die kapitalistische Gesellschaft nur mithilfe der Massen der Arbeiterklasse umgestaltet werden kann. Für ihn war Kommunismus nur möglich, wenn die KPD es vermöchte, die Mehrheit der Arbeiterklasse zu überzeugen. Er diskutierte mit den Arbeitern und Arbeiterinnen vor Ort und konnte in den Diskussionen erkennen, worin die Fehler bestanden, die Kommunisten und Kommunistinnen machten, und verhalf zur Überwindung dieser Fehler.

Thälmann war ein guter Redner. Durch seine Tätigkeit als Reichstagsabgeordneter gewann die Partei ab 1925 23.000 neue Mitglieder, bis zum Verbot 1933 wuchs die Zahl auf 300.000 Genossinnen und Genossen. Doch sein Bestreben lag nicht nur darin, neue Mitglieder zu werben, sondern diese für den politischen Kampf theoretisch zu festigen. Gemeinsam mit Hermann Duncker entstanden die Marxistische Arbeiterschule sowie das System der Parteischulung. Das Ziel der Parteischulung bestand damals, wie auch heute, darin, neuen Parteimitgliedern die Lehren des Marxismus-Leninismus und die Geschichte der Arbeiterbewegung in ihrem Kampf gegen Ausbeutung und Repressionen zu vermitteln. Thälmann war es wichtig, in den Betrieben Kommunisten und Kommunistinnen mit unorganisierten Arbeiter und Arbeiterinnen zusammenzuführen, um sie bei ihrem Kampf für ihre Rechte zu unterstützen. Trotz der wachsenden faschistischen Bewegungen und der harten Kritik und des Terrors gegen die KPD wurde Thälmann nicht müde, am Kommunismus festzuhalten. Selbst während der Haft konnte der Faschismus ihn nicht brechen.

Ernst Thälmann steht symbolisch bis heute für den organisierten Klassenkampf, für politische Bildung der Basis und vor allem für Nähe zu den Menschen. Es ist heute so wichtig wie vor 76 Jahren, dass wir als Kommunisten und Kommunistinnen für den politischen Kampf um die Rechte der Arbeiterschaft auf die Straße gehen. Gerade in einer Zeit, in der eine Pandemie unser gesellschaftliches Leben komplett umstürzt, sehen wir, wie unsere Nachbarn und Nachbarinnen in den Kaufhallen an der Kasse, in den Krankenhäusern und in den Pflegeeinrichtungen hemmungslos von einem wirtschaftlichen System ausgebeutet werden, welches fragiler ist, als es uns in guten Zeiten glauben lassen will. Wir sehen, dass der Kapitalismus nur durch unsere Arbeitskraft am Laufen gehalten wird. Diese Arbeitskraft verdient mehr als das, was derzeit für sie abfällt. Es reicht nicht, nur Beifall zu klatschen oder einmalige Bonusgehälter zu zahlen. Als DKP-Mitglieder und Mitglieder verschiedener Gewerkschaften ist es unsere Pflicht, der Arbeiterschaft auch über die Krise hinaus dabei zu helfen, für ihre Rechte einzustehen. Das sind wir Ernst Thälmann und allen Kommunisten und Kommunistinnen schuldig, die für ihre Ideale ihr Leben ließen.

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