SVZ-Leserbrief: Höchste Zeit zum Handeln!

In der Wochenendausgabe der Schweriner Volkszeitung (SVZ) vom 26./27. Juni 2021 erschien ein Interview mit Eckart von Hirschhausen, in dem er seine Sicht der Dinge auf Klima- und Umweltschutz darlegen konnte. Da die arbeitende Bevölkerung bei den Klimaschutzplänen den Kürzeren ziehen würde, ist Herrn von Hirschhausen eher nicht bewusst? Als Reaktion veröffentlichen wir einen Leserbrief:

„Lieber Eckart von Hirschhausen,
Dein Interview in unserer „Schweriner Glückszeitung“ hat mich so richtig nachdenklich gemacht. Höchste Zeit zum Handeln! Das Co2 muss raus! Raus aus Mecklenburg-Vorpommern und dem Rest der Welt! Und dabei ist das ganz einfach: Mehr Steuern zahlen! Die Co2-Abgabe drauf auf Sprit, Gas, Öl, Käse, Brot, Bier, Plaste – und die Welt ist vor dem Klima- und Öko-Knall sicher. Lieber Eckart, danke, jetzt weiß ich Bescheid, Annalena sagt ja im Grunde dasselbe. Und die CDU auch und die SPD auch und die Kirche im Mittelalter hatte den Dreh auch schon raus: „Wenn das Geld im Kasten klingt, die Seele aus dem Fegfeuer springt.“ Genau, und weiter sagst du: Kein neues Auto kaufen, lieber das alte weiterfahren, das wär „nachhaltiger“. Da hätt ich meinen Trabi besser behalten. Achso, du meinst, mit der Bahn fahren – aber die wurde ja in MV fast komplett demontiert. Du weißt doch, damals von Herrn Mehdorn, die DB sollte an die Börse… Und jetzt soll der Co2-Preis „Anreize“ schaffen, die „Erde zu schonen“. Du, mein Vermieter heizt aber fossil, soll ich mir schon mal n paar dicke Jacken besorgen? Und für Klein-Lena keine Pampers mehr; im Urlaub nur noch zum Timmendorfer Strand, wie gehabt. Zu einer „ethischen“ Bank geh ich dann auch, wie du am Ende sagst. Ich wusste gar nicht, dass es sowas gibt! Nee, dass das Handeln am Ende so einfach ist. Wir in MV brauchen nicht mal den Stromerzeuger zu wechseln, unsere ethische WEMAG lässt ja nur Wind und Sonne für uns arbeiten… auch bei Nacht und Flaute, wie wunderbar.
Und ich dachte, wir müssten die Gesellschaft verändern. Revolution. Schluss mit dem Götzendienst am Kapital, eine menschliche und maßvolle Welt schaffen… Und nun sagst du: ein paar Cent drauf auf die Salami, und alles kann weiterlaufen wie bisher. Danke, lieber Eckart, DANKE.
Dein Jens Orpheus“

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