Mattrosa-Grüne Signale

Da ist sie wieder, die antikommunistische Lichtgestalt, frisch poliert und aufgemotzt, strahlend im Glanze der „freiheitlich demokratischen“ Grundordnung: Joachim Gauck, von Kapital und Kirche gesegneter Jäger antikapitalistischer „Sünder“, besonders jener der für ihn besonders jagenswerten Sorte. Wir kennen ihn und nehmen ihn so, wie er ist. Viel interessanter als diese Unperson ist wohl aber, was sich mit deren Nominierung zum „überparteilichen“ mattrosa-grünen Präsidentschaftskandidaten, neuerdings nun offenkundiger als je zuvor, verbindet, welche deutlichen und vom Ergebnis jener Bundespräsidentenwahl völlig unabhängigen Signale Gaucks Sänftenträger mit diesem Schritt nach links und rechts vermitteln.

Nach links hin will man sich abgrenzen, will dabei aber gleichzeitig auch dort lauernde, aufdringliche und für den eigenen „guten Ruf“ möglicherweise gefährlich werdende Koalitionsaspiranten abwimmeln. Dazu setzt man ein deutliches Zeichen, denn man unterstellt offenbar, dass man dort dann doch nicht Koalitionspartner derer sein will, die Gaucks Verehrer und somit seines Sinnes sind.

Da bleibt allerdings die Frage, ob das aufgehen kann. Wo doch der nun aus dem Vorsitzendenamt geschiedene linke Flügelmann der linken Partei erst kürzlich beim Parteitag in Rostock erklärte, dass zu seinen freiheits- kämpferischen Traditionen auch die selbst von ihm so genannte „friedliche Revolution von 1989“ zählt, womit er also durchaus mit Herrn Gauck in einer Reihe marschiert. In die gleiche Richtung weist auch dessen mit dem Brustton der Überzeugung im Sonntag-Abend-ARD-Fernsehen am 6.6. bei Anne Will lauthals verkündeter Standpunkt, dass die Führung der Partei DIE LINKE inzwischen mehrheitlich aus (rosaroten?) Sozialdemokraten besteht. Mattrosa-Grün wird den unerwünschten Aspiranten wohl doch nicht loswerden.

Gleichzeitig möge man rechts beim Kapital, bei Herrn Hundt und den an- deren krawattenmaskierten Raubtieren, zur Kenntnis nehmen, dass allein der Gedanke an eine Schmuddelpartnerschaft zwischen den Gauck-Vorkämpfern und Vertretern linker Politik, wie dort jüngst für NRW befürchtet, eine Diskriminierung dieser Sänftenträger ist. Und man möge dort nach dieser Systemtreueerklärung auch wissen, wer für den Fall bereitsteht, dass die fortdauernde Krise zu einer Situation führt, in der die schwarz-gelbe Merkel-Koalition nicht mehr zu halten wäre. Die neue Gauck-Connection hat schließlich schon früher bewiesen, dass sie Wellenbrecher für den immer mehr ausufernden Kapitalismus sein kann.

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