Internationaler Frauentag 2010

Vor nunmehr 100 Jahren…

Geschichte und Bedeutung des Internationalen Frauentages

Seit 1975 begehen die Vereinten Nationen am 08. März den Tag für die Rechte der Frau und den Weltfrieden. Doch den Ursprung, die Idee dieses Feiertages, findet sich am Anfang des vergangenen Jahrhunderts. Vor 100 Jahren unterbreitete die deutsche Kommunistin Clara Zetkin den Vorschlag eines Internationalen Frauentages auf der Zweiten Internationalen Sozialistischen Frauenkonferenz in Kopenhagen. Ein angemessenes Datum für die jährliche Begehung des Feiertages wurde zu diesem Zeitpunkt noch nicht gefunden.

Erst einige Jahre später, 1921, erklärte Lenin den 08. März zum Internationalen Frauentag in Gedenken an die Arbeiter-, Soldaten- und Bauernfrauen die an eben jenem Tag im Jahr 1917 in Sankt Petersburg streikten und so einen maßgeblichen Anteil zum Ausbruch der Februarrevolution leisteten. Dieser Tag sollte demnach an die Rolle der Frauen in der Revolution erinnern.

Der kapitalistische Westen lieferte eine weit verbreitete andere Erklärung für die Wahl des 08. März. Im Mittelpunkt dieses Mythos steht ein spontaner Streik von Textilarbeiterinnen in New York, der sich am 08. März 1857 abgespielt haben soll. Diese Legende ist jedoch nur ein kläglicher Versuch den Internationalen Frauentag von seiner sowjetischen Geschichte und seiner ideologischen Tradition los zu lösen.
Außerhalb der sozialistischen Staaten verlor der 08. März nach dem Zweiten Weltkrieg massiv an Bedeutung. Erst mit der neuen Frauenbewegung in den 60er Jahren und, nie zu vergessen, der Entdeckung dieses Tages durch die Floristik- und Grußkartenindustrie, rückte der Internationale Frauentag zurück in das Bewusstsein der Menschen und wird bis heute begangen. So veranstaltet auch die DKP bundesweit Feiern zum 08. März.

„Kampf für die Rechte der Frau bedeutet Kampf für den Frieden.“ Dieser Satz bedeutet heute mehr denn je. Denn besonders in den kriegsgebeutelten Regionen dieser Erde steht es um die Rechte der Frau schlecht. Genitalverstümmelungen, Zwangsehen, körperliche und psychische Gewalt, wirtschaftliche Abhängigkeit… die Liste der Problemfelder lässt sich endlos fortsetzen.

In unseren Breitengraden gilt es die rechtliche Gleichstellung der Frau in der Praxis umzusetzen. Immer noch werden Frauen und Männer für die gleiche Arbeit auf unterschiedlichem Niveau entlohnt. Immer noch sind Frauen in Politik und Wirtschaft wenig präsent. Immer noch werden Frauen tagtäglich dem Sexismus unserer Gesellschaft ausgesetzt.

Die Gleichberechtigung von Frau und Mann hat sich zweifelsohne in den letzten 100 Jahren mit großen Schritten entwickelt, doch solange es einen 08.März geben muss um an die Rechte der Frau zu erinnern, ist es die Pflicht eines jeden für eben diese zu kämpfen.

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