Fahrpreiserhöhungen im Schweriner Nahverkehr

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Bildquelle: www.nahverkehr-schwerin.de

Schweriner_Innen dürfen ab dem 01. Dezember tiefer in die Tasche greifen, wenn sie den öffentlichen Nahverkehr benutzen möchten. Um satte 20 % sollen die Preise für Busse und Bahnen steigen, dies bedeutet dann 1,80 € für einen Einzelfahrschein, statt 1,50 € wie bisher. Begründet werden die Fahrpreiserhöhungen mit steigenden Kosten für Energie sowie die ständigen Lohnanpassungen der Angestellten im Nahverkehr. Die Stadtverwaltung folgt damit den Vorgaben des beratenden Beauftragten.

Den Schmerz lindern soll die Einführung eines Kurzstreckentickets für 1,50 €. Mit diesem soll man dann vier Stationen, die erste natürlich schon mitgerechnet, fahren dürfen. Diese Regelung verursacht bei vielen Schweriner_Innen Kopfschütteln. „Das bedeutet, ich kann dann für 1,50 € nur 3 Stationen fahren. Damit komme ich noch nicht einmal in die Stadt. 10 Stationen oder 20 Minuten wären schon Minimum, damit auch die Leute vom Dreesch oder aus Lankow die Stadt erreichen können.“, so Sebastian* (30 Jahre) aus Schwerin.

Die Leittragenden der Fahrkostenerhebung sind, wie so oft, die Arbeitslosen, Rentner und Werktätigen. Sie müssen die Hauptlasten tragen. Die Stadtverwaltung verspricht sich mit der Anhebung der Fahrpreise Mehreinnahmen zur Finanzierung des Nahverkehrs, doch sogar der Chef des Nahrverkehrs Schwerin GmbH (NVS) Norbert Klatt ist skeptisch: „Wir freuen uns, dass wir viele treue Kunden haben und wollen sie auch gern behalten. (…) Wer einmal aus Ärger über gestiegene Tarife aufs Auto oder Rad umgestiegen ist, den holen wir nur schwer zurück.“, so Klatt. Doch es ist nicht nur mit einem Rückgang der Fahrgäste zu rechnen. Die Zahl der Schwarzfahrer dürfte ebenso steigen. Es ist kaum damit zu rechnen das sich die knapp 20 % Arbeitslosen der Schweriner Bevölkerung (17,1 % offiziell) die Fahrpreiserhebung leisten können. Dies ist in einer Stadt, die mit die höchste Kinderarmut in Deutschland hat ein echtes Problem.

Die DKP Schwerin lehnt die Erhöhung der Fahrpreise konsequent ab!

Die schwächsten der Gesellschaft werden wieder einmal am Stärksten zur Kasse gebeten. Dies hat System im Kapitalismus. Alles dient der Gewinnmaximierung, die Interessen der Bevölkerung werden dabei hinten angestellt oder spielen überhaupt keine Rolle mehr. Wir sagen: „Der Mensch geht vor Profit“. Wir fordern einen Schuldenschnitt für die Kommunen und die Einführung eines Sozialtickets. Auf Dauer können die Probleme dieser Gesellschaft nur mit der Überwindung des Kapitalismus selbst behoben werden.

*Name redaktionell geändert

R. Schulz

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