Aus der UZ: Verschiedene Konzeptionen

In der aktuellen UZ vom 20.05.2022 ist ein Leserbrief von zwei Rostocker Genossen als Reaktion auf den Artikel „Das kleinere Elend“ erschienen, den wir folgend veröffentlichen:

Der Artikel [siehe obige Verlinkung] transportiert die Vorstellung, die „Zersplitterung und Schwäche linker Kräfte“ trage nicht nur generell „zur Stärkung der Rechten“ bei, sondern die Kandidatur des Kommunisten Fabien Roussel habe erheblich, gar entscheidend dazu beigetragen, den „Links“populisten Jean-Luc Mélenchon am Einzug in die Stichwahl zu hindern, denn ihm hätten ja nur 1,2 Prozent gefehlt. Hier darf nicht ausgeblendet werden, dass Mélenchon und Roussel für grundlegend verschiedene Konzeptionen eines linken Politikverständnisses und einer mit diesem verbundenen Bündnispolitik stehen. Mélenchons programmatische Nähe zu Positionen einer antiindustrialistischen grünen „Linken“ lassen sich mit einem Widerstand gegen Sozial- und Demokratieabbau kaum vereinbaren. Mélenchon hätte gegenüber Macron auch in der Frage von Krieg und Frieden in der Bevölkerung kaum punkten können, hatten doch seine Parteifreunde im EU-Parlament für die Resolution gestimmt, in der einer verstärkten EU- und NATO-Unterstützung der Ukraine das Wort geredet wird. Unser kommunistischer Kandidat Roussel trat demgegenüber an, um einer Linken in der Tradition von Thorez und Duclos ein Forum zu geben, einer auf die Verteidigung der Interessen der Lohnabhängigen und der kleinen Unternehmen – also antimonopolistisch – ausgerichteten Linken, die sich gerade in Frankreich stets wissenschafts- und technologiefreundlich gezeigt hat und die für die Reindustrialisierung des Landes eintritt.

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