Armut konkret: Hartz IV auf dem Land

Mit dem Regelsatz von Hartz IV klarzukommen, ist schon nicht einfach, wenn man in einer Stadt wohnt. Dieser beträgt bei Eheleuten 401,00 € je Person im Monat. Die Bundesregierung meint, dass dieser Betrag ein menschenwürdiges Leben sichern kann. Gravierende Einschränkungen müssen Hartz IV-Empfänger hinnehmen, die auf dem Land leben. Viele Familien von ihnen sind auf ein Auto angewiesen, weil durch Sparmaßnahmen des ÖPNV in den vergangenen Jahren oft katastrophale Fahrplanbedingungen herrschen und die Grundversorgung wie Beschaffung von Nahrungsmitteln, ärztliche Versorgung etc. in den Dörfern nach der sogenannten Wende quasi abgeschafft wurde. Durch die Einführung der CO2-Steuer am Jahresanfang wird sich die Situation vieler Familien verschlimmern. Während für Arbeitnehmer die Kilometerpauschale geringfügig erhöht wurde, gehen Hartz IV-Empfänger und übrigens auch Rentner wieder leer aus. Ein Umzug in die Stadt kommt für die meisten Leistungsempfänger nicht in Frage, weil sich einerseits die Jobcenter querstellen und zum anderen durch die Wohnungspolitik der Bundesregierung in den letzten Jahren die Mieten explosionsartig in die Höhe schossen. Während die Schülerbeförderung meist gesichert ist, wissen Azubis oft nicht, wie sie zur Arbeit kommen sollen. Das bedeutet, dass viele von ihnen mit ihren Sorgen alleingelassen werden und der Staat somit gleich eine neue Hartz IV-Generation heranzieht. Die Kostenübernahme für Führerscheine bei Azubis könnte Abhilfe schaffen, wird aber durch die Jobcenter i.d.R. abgelehnt.

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