150 Johren – uns Lenin in Mäkelborg-Vörpommern

Die politische Biographie Wladimir Iljitsch Lenins, dessen Geburtstag sich heute zum 150. Mal jährt, verbindet geographisch mit Mecklenburg-Vorpommern zunächst, dass der 47jährige Revolutionär sich am 11. April 1917 auf der Durchfahrt in Sassnitz auf Rügen aufhielt, von wo aus er am darauffolgenden Tag mit dem Schiff über die Ostsee nach Schweden übersetzte. Seine in die Weltgeschichte eingegangene Reise führte Lenin, in Begleitung seiner Frau und einiger weiterer Genossen, aus seinem Exil in der neutralen Schweiz über das – mit Russland weiterhin im Kriegszustand befindliche – Deutsche Kaiserreich, das neutrale Schweden und das innerhalb des russischen Staatsverbandes autonome Finnland zurück in seine russische Heimat. Dort sollte dann bereits ein halbes Jahr später die Arbeiterklasse, unter der Führung der bolschewistischen Partei, die Macht übernehmen und erstmals den Aufbau einer sozialistischen Gesellschaft in einem Flächenstaat in Angriff nehmen.

Es liegt auf der Hand, dass die Erinnerung an Lenins Wirken, wie überall, so auch in MV und in Sassnitz, stets Ausdruck der Kräfteverhältnisse im globalen Klassenkampf, zwischen Sozialismus und Imperialismus, war. Weshalb Lenin – wie die OZ vom 19.4.2020 zu berichten weiß – „vor 50 Jahren in Stralsund und Sassnitz als Held gefeiert“ wurde, anlässlich seines 100. Geburtstags Denkmäler zu seiner Erinnerung aufgestellt und Plätze nach ihm benannt wurden. Sieben Jahre danach wurde, aus Anlass des 60. Jahrestages der Großen Sozialistischen Oktoberrevolution, in Sassnitz eine ihm gewidmete Gedenkstätte eingerichtet.

Infolge der Konterrevolution und der Einverleibung der DDR vor 30 Jahren setzte ein erinnerungspolitischer Bildersturm ein, der naturgemäß auch auf die Verdrängung von Monumenten zielte, die an die Persönlichkeit Lenins erinnerten. Dies gelang der Reaktion auch in MV keineswegs flächendeckend. Aber das Museum in Sassnitz fiel ihrem Eifer bereits damals zum Opfer; es wurde aufgelöst. Der bisher in ihm ausgestellte „Leninwagen“ landete bemerkenswerterweise im Verkehrsmuseum in Nürnberg.

Am 17. Juni 2014 protestierten Antikommunisten gegen das Fortbestehen der Lenin-Statue in der Landeshauptstadt Schwerin. Sie trafen ihrerseits auf den Protest der DKP und der SDAJ. Wenige Monate zuvor waren in der Ukraine vielfach Lenin-Denkmäler von neofaschistischen Parteigängern des „Euro-Maidan“ und der aus diesem hervorgegangenen Putschregierung vom Februar 2014 zerstört worden – und gerade im Südosten der Ukraine, in Odessa und dem Donbass, hatten sich antifaschistische Kräfte diesem Vandalismus wirkungsvoll entgegenstellen können.

Kämpfen wir auch in Mecklenburg-Vorpommern für den Erhalt bzw. die Wiederherstellung einer öffentlichen Präsenz der Erinnerung an Lenin, der wie kein anderer für die Befreiung eines Großteils der Menschheit aus ihrer Vorgeschichte steht. Eine Befreiung, die mit der Konterrevolution in der DDR, in der Sowjetunion und anderen sozialistischen Staaten unzweifelhaft einen herben Rückschlag erlitten hat, die aber auf globaler Ebene nie zum Stillstand kam, wie bereits ein Blick auf die Verteidigung und die gegenwärtigen Erfolge sozialistischer Gesellschaften auch im Kampf gegen Pandemien, dem Ringen um eine neue Qualität medizinischer Infrastruktur auf nationaler wie auf internationaler Ebene, zeigt.

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