Veranstaltung: Fluchtursache Imperialismus

Im Rahmen des kommenden Bildungswochenendes „Fluchtursache Imperialismus“ werden wir uns – jeweils in Form eines einführenden Referats und einer anschließenden Diskussion – drei Schwerpunktthemen widmen:

1) Djihadismus als Fluchtursache: Wie nicht nur der „syrische Bürgerkrieg“, sondern auch die blutigen militärischen Auseinandersetzungen in einer Reihe afrikanischer Länder vor Augen führen, lösen radikalislamistische (djihadistische) „Bürgerkriegsparteien“ durch Mordfeldzüge riesigen Ausmaßes massive Fluchtbewegungen aus – Fluchtbewegungen, die dann in den imperialistischen Zentren gern zugunsten (weiterer) militärischer Interventionen, wie in Mali oder in Syrien, angeführt werden. Dabei ist der Aufstieg djihadistischer Bewegungen (Al Qaida, Daesh/IS u. a.) mit der Desorganisation der Regionen des Vorderen Orients, des Maghreb und auch von Teilen des subsaharischen Afrika durch imperialistische Neuordnungskriege eng verknüpft. Bereits das gemeinsame Interesse der imperialistischen Staaten und deren vermeintlicher djihadistischer Widersacher an einer endgültigen Liquidation der Staatssouveränität der verbliebenen säkularen Gemeinwesen im arabischen Raum, v. a. Syriens, führt diese Interessenskonvergenz in markanter Weise vor Augen. Zu den herausragenden materiellen Unterstützern djihadistischer Bestrebungen gehörten und gehören denn auch gerade mit dem deutschen Imperialismus ökonomisch und militärisch eng verflochtene Staaten wie Katar, Saudi-Arabien und die Türkei. Karl-Helmut Lechner (Rotfuchs) wird Ursachen und Auswirkungen des Djihadismus als eines der maßgeblichen politischen Faktoren der Barbarisierung der „islamischen Welt“ unter imperialistischen Bedingungen beleuchten.

2) Imperialistische Kooperation und Konkurrenz als Fluchtursache: Auch bei der Verwüstung der genannten Weltregionen handelt „der Imperialismus“ nicht als einheitlicher Block, vielmehr treffen auch hier die Interessen miteinander konkurrierender imperialistischer Mächte bisweilen hart aufeinander – was die Gefahr einer Eskalation militärisch ausgetragener Konflikte drastisch erhöht. Johannes Oehme (Unentdecktes Land e.V.) wird die durch innerimperialistische Konkurrenz hervorgerufenen Gefahrenherde unter besonderer Berücksichtigung des kriegsbrandstifterischen Handelns des deutschen Imperialismus unter die Lupe nehmen.

3) Kommunisten und Flüchtlingshilfe: Mehr als “No nation, no border”: Wie reagieren Antifaschisten und Antiimperialisten, und wie reagieren insbesondere Kommunisten auf die mit der Flucht Hunderttausender nach Deutschland verbundenen innenpolitischen Herausforderungen – einschließlich der rassistischen Instrumentalisierung des „Flüchtlingsproblems“ durch den Fluchtverursacher BRD? Dass Flüchtlingshilfe sich für Kommunisten nicht in – unter imperialistischen Verhältnissen illusionistischen – „No nation, no border“-Proklamationen erschöpfen kann, dass sie vielmehr die Perspektive der gleichberechtigten Vereinigung von nichtprivilegierten „Einheimischen“ und „Fremden“ im Klassenkampf einschließen muss, und dass dies das kompromisslose Eintreten für (bürgerlich-)demokratische Rechte für alle hier lebenden Menschen zwingend voraussetzt – dass Flüchtlingshilfe für uns also proletarische Solidarität bedeutet, erläutert Shabnam Shariatpanahi (DKP Duisburg) anhand konkreter politischer Praxis vor Ort.

Die Veranstaltung findet vom 11. bis 13. November 2016 in Barhöft bei Stralsund statt. Sie sind herzlich eingeladen! Zur Anmeldung und weiteren Informationen geht es hier.

Kommentare sind geschlossen.

  • Newsletter