PEGIDA-Ableger stößt in Schwerin auf Widerstand

300 Rassisten aus dem gesamten Bundesland versuchten ihren Schlachtruf „Wir sind das Volk“ zu skandieren. Sie kamen aber nicht gegen die über 1000 Gegendemonstranten an, die sich friedlich auf dem Alten Garten versammelten.

Bekannte Nazis oder besorgte Bürger?
Unter dem Vorwand „besorgte Bürger für die Zukunft unserer Kinder“ formierten sich die MVGIDA-Anhänger an der Schweriner Siegessäule. Nach kurzer Zeit wurde deutlich, wer diese „besorgten Bürger“ wirklich waren. NPD-Kader wie Stefan Köster (NPD Landesvorsitzender MV, vorbestraft unter anderem wegen gemeinschaftlicher gefährlicher Körperverletzung), Andreas Theißen (NPD-Kreisvorsitzender von Westmecklenburg, ehem. Wiking-Jugend, NF, vorbestraft unter anderem wegen Verstoß gegen das Sprengstoffgesetz) und Thomas Steiner Wulff (Landesvorsitzender NPD Hamburg, ehem. FAP, bekennender Nationalsozialist, vorbestraft unter anderem wegen Volksverhetzung und Verwendung verfassungswidriger Symbole) meldeten ihre Teilnahme schon sehr früh an. So war es auch nicht verwunderlich, dass der gesamte Zug eher an eine NPD-Demonstration erinnerte. Dieses wurde auch durch die Inhalte der Reden und Parolen deutlich, aus Islamisten wurde sehr schnell Einwanderer und am Ende ihrer Kundgebung verbreiteten die Nazis den Spruch „Antisemiten kann man nicht verbieten!“.

Friedliche Schweriner_Innen in Überzahl
Auf der Gegenseite des Alten Gartens versammelten sich über 1000 Bürger_Innen Schwerins gegen diesen grotesken Aufzug der Rassisten. Kirchen, Gewerkschaften, Parteien und Verbände, unter ihnen auch DKP, SDAJ und VVN-BdA, folgten dem Aufruf des Bündnisses „SCHWEGDIDA – Schwerin gegen die Idiotisierung des Abendlandes. Sie zeigten gemeinsam Flagge gegen Rassismus, Nationalismus und Faschismus. In verschiedenen Redebeiträgen wurde auf die Verbindung zwischen Rassismus, Faschismus und Kapitalismus hingewiesen sowie zur internationalen Solidarität aufgerufen und gemeinsam die Marseillaise gesungen. Gespenstisch wurde die Stimmung auf dem Alten Garten, als am Schloß, am Museum und am Theater, drei der Wahrzeichen Schwerins, sowie an allen Kirchen der Stadt symbolisch die Lichter ausgingen.

Katz- und Mausspiel durch die Stadt
Gleich zu Beginn der Kundgebung versammelte sich ein Teil der Antifaschist_Innen auf der Kreuzung vor der Staatskanzlei, um den Aufzug der Nazis zu blockieren. Mit einer Stunde Verspätung begann der Zug der Ewiggestrigen dann doch, gefolgt von einer lauten und kreativen antifaschistischen Spontandemo. Der Abstand zwischen den beiden Blöcken betrug zeitweise weniger als 10 Meter, was zu Überforderung der spärlichen Polizeikräfte führte. Immer wieder gelang es Antifaschist_Innen durch Seitenstraßen durchzudringen und dem braunen Haufen mit immer neuen Blockaden zeitweise den Weg zu versperren.

Handgemenge und überforderte Polizei
Während der gesamten Kundgebung wurden sowohl Journalisten als auch linke Demonstranten von den Nazis angegriffen. Die Polizei ging nur selten bei den Handgemengen dazwischen und weigerte sich Anzeigen wegen Körperverletzung aufzunehmen. Bei der Räumung der Blockaden zeigte sich die Staatsmacht nicht so zimperlich und verwendete Pfefferspray zur Auflösung. Glücklicherweise blieb es nur bei leichten Verletzungen, was besonders dem besonnen Verhalten der antifaschistischen Demoteilnehmer_Innen zu verdanken war.

Fazit
Schwerin hat erfolgreich bewiesen, das hier kein Platz für Vorurteile und Rassismus ist. Die Rolle der Nazis im Kapitalismus ist klar, sie versuchen die Bevölkerung in „deutsch“ und „nicht deutsch“ zu spalten. Sie vertuschen dadurch die wahren Ursachen für Armut, Hunger und Krieg. Unsere Aufgaben bestehen darin, über die Ursachen von Faschismus und Krieg aufzuklären, die Profiteure und Brandstifter müssen deutlich benannt werden.

Die Grenzen verlaufen nicht zwischen den Völkern sondern von oben nach unten!

Refugees welcome!

Robert Kühne

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