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Neues Jahr, alter Kampf

Wir wünschen allen Menschen die sich in Mecklenburg-Vorpommern und anderswo gegen Krieg, Faschismus und Ausbeutung; für Freiheit, Gerechtigkeit und Sozialismus einsetzen in erster Linie sehr viel Kraft.

Die verübten Brandanschläge auf alternative Zentren, die offenen Gewaltdrohungen der NPD während des Wahlkampfes und das noch immer nicht erteilte Verbot der NPD lassen nur eine Schlussfolgerung zu: Antifaschismus bleibt auch 2012 unser oberstes Gebot!

Doch die landesweite Kampagnenfähigkeit die von antifaschistisch Engagierten 2011 gezeigt wurde, stellt ebenfalls eine neue Qualität dar. Lasst uns daran anknüpfen! Ein antifaschistischer Grundkonsens der die Verankerung von rechten Gedankengut zurückdrängt, bedarf eines breiten Bündnisses. Antifaschistische Inhalte müssen weiterhin in anderen Bewegungen, wie beispielsweise dem Bildungsstreik gefestigt werden. Antifaschistische Kämpfe verbunden mit sozialen Kämpfen stärken die Bewegung. Ein Antifaschismus der sich selbst genug ist bleibt hinter seiner möglichen Stärke zurück.
Deshalb lasst uns weltanschauungs- und bewegungsübergreifend gegen Faschismus aktiv sein, auch dieses Jahr.

Posted in 2012.

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UZ: Die Verfassungskrise

 UZ: Aktuelle Ausgabe

In der Bundestagsdebatte vom vergangenen Dienstag wurden die Hauptfragen zumindest gestellt: Haben bundesdeutsche Behörden neofaschistische Mörder wissentlich unterstützt, haben sie sie finanziert, ausgerüstet und sie zu ihren Mordtaten animiert? Sollten diese Fragen bejaht werden, sind die antifaschistischen Grundlagen der Bundesrepublik Deutschland erschüttert.

In diesem Fall hätten Staatsorgane, die per Eid auf den Schutz der Verfassung verpflichtet sind, über Jahrzehnte diesem Auftrag aktiv und bewusst zuwidergehandelt. Sie hätten die Verfassung systematisch und nicht im Einzelfall gebrochen. Im Moment spricht mehr für diese ernste Annahme als dagegen.

Der Verzicht auf den möglichen Zugriff auf die drei Hauptverdächtigen; der sich immer mehr erweiternde Kreis von unmittelbar Verdächtigen; die Unbekümmertheit, mit der die Terrorgruppe am helllichten Tag mordete und ihre Mordinstrumente aufbewahrte; die Einbettung der Terrorgruppe in das braune Netzwerk und die sichtbare Nähe von Beamten des Verfassungsschutzes zu Tatorten der Morde; all diese Momente legen auch in ihrer Häufung den Verdacht zwingend nahe, dass von Zufall keine Rede sein kann. Wer oder was hat die ermittelnden Beamten beim Polizistinnenmord von Heilbronn daran gehindert, ihren Blick in die thüringische Heimat der ermordeten Kollegin zu richten. Dorthin, wo sie ihre Mörder mutmaßlich – hier ist das Wort einmal angebracht – getroffen hat.

Es gibt ein weiteres Indiz, das den Blick bis in die Staatsspitze lenkt. Auch dieses wurde im Bundestag genannt. Warum sind Zeitungen und nichtstaatliche Stellen innerhalb weniger Tage in der Lage, Fakten über neofaschistische Gewalttaten und neofaschistische Ausbreitung zu nennen, die die Bundesregierung nun unter dem Druck der Ereignisse anerkennt, nachdem sie sie seit Jahrzehnten und über dutzende Anfragen hinweg relativiert, wenn nicht glatt geleugnet hat? Seit Jahrzehnten – das heißt auch, dass keine der im Bundestag und in den Länderparlamenten vertretenen Parteien, vor allem keine Regierungsparteien, sich der Frage nach ihrer Verantwortung entziehen kann.

Die Fraktion “Die Linke” hat sich in dieser Situation entschlossen, eine gemeinsame Erklärung aller Bundestagsparteien mitzutragen. Darin heißt es unter anderem: “Rechtsextreme, Rassisten und verfassungsfeindliche Parteien haben in unserem demokratischen Deutschland keinen Platz. Deshalb fordert der Deutsche Bundestag die Bundesregierung auf zu prüfen, ob sich aus den Ermittlungsergebnissen Konsequenzen für ein NPD-Verbot ergeben. Die Anforderungen des Bundesverfassungsgerichts und des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte an Parteiverbote sind zu berücksichtigen.

Wir müssen gerade jetzt alle demokratischen Gruppen stärken, die sich gegen Rechtsextremismus, Fremdenfeindlichkeit und Antisemitismus engagieren. Wir werden prüfen, wo dem Hindernisse entgegenstehen. Wir brauchen eine gesellschaftliche Atmosphäre, die ermutigt, gegen politischen Extremismus und Gewalt das Wort zu erheben. Rechtsextremistischen Gruppen und ihrem Umfeld muss der gesellschaftliche und finanzielle Boden entzogen werden.”

Erfreulich ist die Bereitschaft zur Prüfung des NPD-Verbotes. Wir werden sehen, was dies ergibt. Vieles in dieser Erklärung ist so oder ähnlich schon anderswo gesagt worden. Gefolgt ist nicht viel. Auch ist die Erklärung nicht frei von der Stoßrichtung gegen links. Manche Passage ist allzu deutlich nach außen gerichtet. In dieser Form wird sie dem Ernst der Lage nicht ausreichend gerecht.

Im Kern aller Überlegungen muss stehen, dass dem antifaschistischen Auftrag der Verfassung wieder Geltung verschafft werden muss. Dazu gehört zuallererst das Bekenntnis, dass dieser missachtet worden ist. Ohne Ansicht von Amt und Person muss aufgeklärt werden, wie, wo und von wem im Einzelnen. Dem Verbot der NSDAP und aller ihrer Nachfolgeorganisationen muss wieder Geltung verschafft werden. Wir brauchen keine neuen Gesetze, sondern demokratische Politiker und Staatsorgane, die den Geboten des Grundgesetzes folgen.

Solange dies nicht geschieht, werden wir die Demokratie auf der Straße und im Betrieb verteidigen müssen, sonst haben wir bald keine mehr.

Adi Reiher

 UZ – Unsere Zeit

Posted in 2011.

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Der 09. November vor 73 Jahren

Am 09. November 2011 jährte sich die Reichsprogromnacht. 73 Jahre ist es nunmehr her das in Rostock in der Augustenstraße 101 wie auch in anderen Städten in Deutschland und Österreich die Synagogen brannten, tausende Menschen von der SA und Gestapo in sogenannte „Schutzhaft“ genommen wurden und unter anderem in die Konzentrationslager Buchenwald, Dachau und Sachsenhausen deportiert wurden.

Reichspropagandaminister Joseph Gobbels hielt am 09.11.1938 eine Hetzrede, in der er die Bemerkung fallen ließ, dass die Partei keine antijüdischen Aktionen organisieren würde, sie aber auch nicht behindern werde. Viele sahen das als Aufforderung an. Die furchtbare Bilanz der Nacht vom 09.11. auf den 10.11.1938 waren 2676 zerstörte Gotteshäuser, 7500 verwüstete Geschäfte und 91 Tote. Wer konnte, floh nach dieser Nacht aus Deutschland, in ein unbekanntes Schicksal.

Die katholische und evangelische Studentengemeinde, der Verein „Arnold Bernhard zur Förderung der Synagoge Rostock“, die jüdische Gemeinde und das Max-Samuel- Haus riefen am 09.November 2011 zu einer Gedenkveranstaltung auf dem Jüdischen Friedhof im Lindenpark auf. Die Veranstaltung war gut besucht und auch personell durch DKP und VVN-BdA-Mitglieder vertreten. Blumen wurden niedergelegt, Kerzen entzündet , es wurde gesungen und gebetet. Und uns alle einte, nur der eine Wunsch, die eine Hoffnung das so etwas nie wieder geschehen möge und wir alles daran setzen werden um so etwas zu verhindern.

Posted in 2011.

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