Jahresrückblick der DKP MV 2016

Für den Landesverband der DKP Mecklenburg-Vorpommern war das Jahr 2016 alles andere als ein gewöhnliches Jahr. An ein business as usual ruhiger Aufbauarbeit unseres erst 2013 ins Leben gerufenen Landesverbandes war nicht zu denken, denn der Landtagswahlkampf hob die Anforderungen unserer Öffentlichkeitsarbeit auf ein neues Niveau. Die Entscheidung für eine eigenständige Kandidatur der DKP verlangte jedem einzelnen Mitglied des Verbandes wie auch unseren Bündnispartnern die Bereitschaft zu einer neuen Qualität der Mobilisierung ab.

Vor allem während der heißen Phase des Wahlkampfs im Sommer verteilten wir insgesamt 50.000 Materialien, darunter 20.000 Infoblätter, 15.000 Exemplare einer UZ-Extraausgabe zu unserer Kandidatur, 7.500 Exemplare unserer Landeszeitung Roter Leuchtturm … Auch durch das Hängen von 1.000 Plakaten und durch 12 Infotische waren wir in den verschiedenen Regionen des Bundeslandes an 31 Orten präsent. Diese Präsenz hatte allerdings bedauerlicherweise noch keinen flächendeckenden Charakter. Dies zu ändern, betrachten wir als Voraussetzung für künftige Kampagnen.

Wir nutzten im Wahlkampf einige Optionen der Öffentlichkeitsarbeit, die uns von außen geboten wurden – vom Interview der Schweriner Landeszeitung mit unserem Spitzenkandidaten Robert Kühne bis zur Teilnahme unserer Kandidaten an öffentlichen Diskussionsrunden in Parchim und in Schwerin, in denen nahezu alle kandidierenden Parteien ihre Programme vor- und zur Diskussion stellten. Als besonders ergiebig erwies sich dabei die freundschaftliche Kooperation mit den Gruppen des RotFuchs, die uns mehrfach dazu einluden, bei ihnen zu referieren. So nahmen wir an RotFuchs-Vortrags- und Diskussionsveranstaltungen in Wismar, Pasewalk, Rostock und Schwerin teil. In der Landeshauptstadt und in Pasewalk kam es in diesem Rahmen zu gemeinsamen Auftritten und zu öffentlichem Austausch mit MdL Peter Ritter (Die Linke) bzw. seiner Parteikollegin Irina Rimkus.

Allen Unterstützern des Wahlkampfs, ob in oder außerhalb der Partei, sind wir zu großem Dank verpflichtet. Mit diesem Wahlkampf hat unser Landesverband im öffentlichen Raum seine Feuertaufe vollzogen. Wir sehen mit Blick auf unsere Erfahrungen der vergangenen Monate dem anstehenden Bundestagswahlkampf optimistisch entgegen – selbstverständlich ohne zu ignorieren, dass dieser uns ein noch entschieden höheres Maß an Mobilisierungsfähigkeit abverlangen wird.

Über den unmittelbaren Wahlkampf hinaus konnten wir gerade auch im vergangenen Jahr unsere freundschaftlichen Beziehungen mit anderen linken Organisationen festigen. An der Gestaltung der von der DKP als Landesaktionstag initiierten Friedensdemonstration in Schwerin am 3. September wirkten Angehörige der Friedensbewegung, der SDAJ und der VVN-BdA mit.

Wie in den vorangegangenen Jahren führte die DKP Mecklenburg-Vorpommern auch 2016 zwei Bildungswochenenden in Barhöft bei Stralsund durch, an denen – im März und im November – jeweils 15 bis 20 Personen, darunter einige interessierte Nichtparteimitglieder, teilnahmen. Im thematischen Zentrum beider Bildungsveranstaltungen stand die Auseinandersetzung mit dem Imperialismus als Fluchtursache und das Verhältnis von Antiimperialismus und Friedensbewegung.

Nicht außer Acht gelassen werden darf eine Vielzahl von Aktivitäten (Stammtischen, Bildungsveranstaltungen), die die einzelnen Gruppen auf lokaler/regionaler Ebene in Schwerin, in Rostock und Stralsund und Umgebung eigenständig organisiert haben. Auch für diese für unseren Landesverband unverzichtbare Arbeit vor Ort gebührt allen Mitgliedern der Dank des Landesvorstandes!

In den kommenden Monaten werden wir – zwangsläufig – unser Hauptaugenmerk auf die Vorbereitung des Bundestagswahlkampfs richten. Zunächst gilt es hier, die formale Hürde zu nehmen, die sich aus der antidemokratischen Zumutung ergibt, im Bundesland Mecklenburg-Vorpommern 1351 Unterstützungsunterschriften einzureichen, um überhaupt kandidieren zu können. Wir nehmen diese Hürde allerdings auch als Chance wahr, bereits im Vorfeld des Wahlkampfs einige hundert Interessenten (neu) anzusprechen und für unser Programm zu gewinnen. Hierzu ist eine Präsenz auch in den Dörfern und (kleineren) Städten, die durch unseren letzten Wahlkampf praktisch unberührt blieben, absolut notwendig. Jenseits des (unmittelbaren) Wahlkampfs werden wir aber auch die Herausforderung annehmen, unser politisches Bildungsangebot substantiell zu erweitern. Konkret haben wir ins Auge gefasst, die altbewährten Bildungswochenenden in Barhöft durch ein neues (eintägiges) Format zu ergänzen.

Vermittels unseres Landesorgans Roter Leuchtturm werden wir – wie im vergangenen Jahr – auch 2017 regelmäßig – im Quartal – mit Stellungnahmen zu aktuellen Themen an die Öffentlichkeit treten. Und die Aktivisten unseres Landesverbandes werden sich wieder an den bundesweiten Aktivitäten der Partei und befreundeter Organisationen beteiligen. In diesem Rahmen werden wir für das Festival der Jugend (FdJ) der SDAJ in Köln mobilisieren.

Im November dieses Jahres jährt sich die Große Sozialistische Oktoberrevolution zum 100. Mal. Der Landesverband der DKP Mecklenburg-Vorpommern wird aktiv an verschiedenen Formen des öffentlichen Gedenkens an dieses Ereignis – auf regionaler, nationaler und internationaler Ebene – mitwirken. Als Marxisten-Leninisten ist uns bewusst, dass der 7. November 1917 für den ersten Schritt des globalen Austritts der Menschheit aus der Vorgeschichte steht.

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