Groß-Biestow: Vorrang für kommunalen Wohnungsbau

Seit Anfang Oktober berichten lokale Medien mal mehr, mal weniger ausführlich über die geplanten Bauvorhaben im Rostocker Stadtteil Biestow, der mit weniger als 3.000 Einwohnerinnen und Einwohnern bis heute eher ländlich geprägt ist. In Anbetracht des stetigen Zuzuges entsteht auf dem Rostocker Wohnungsmarkt mittlerweile eine immer größere Konkurrenz. In attraktiven und zentrumsnahen Stadtteilen steigen seit jeher die Mieten kontinuierlich an, denn vor allem hier befindet sich die übergroße Mehrheit der Wohnungen in privater Hand. Geplant sind mehr als 6.700 Wohnungen und mehr als 1.200 Grundstücke für Einfamilienhäuser – insgesamt Wohnraum für knapp 13.000 Menschen auf etwa 2 km². Die aktualisierte Prognose der Einwohnerentwicklung von Rostock, die Anfang 2016 veröffentlicht wurde, besagt eine Einwohnerzahl von etwa 230.000 Personen im Jahr 2035 voraus, derzeit hat Rostock etwas mehr als 200.000 Einwohnerinnen und Einwohner.

Das Bauvorhaben, welches mindestens 10 Jahre in Anspruch nehmen soll, könnte die Lage auf dem Wohnungsmarkt höchstens lindern. Kommt es jedoch nicht zum Wohnungsbau, droht eine immer weitere Verschärfung und Verdrängung in Außenbezirke oder in die umliegenden Gemeinden. Zur Folge hätte dies nicht nur eine Versiegelung der Böden in den umliegenden Ortschaften, sowie eine Zersiedlung, sondern auch höhere Umweltbelastungen durch steigenden Individualverkehr ins Stadtzentrum. Die geplante Straßenbahnverbindung zwischen den Haltestellen „Neuer Friedhof“ und „Südblick“ stellt somit ein verkehrstechnisches Muss dar. Doch auch in Biestow wären höhere Umweltbelastung die Folge. Grundsätzlich müssen größere ländliche Areale freigehalten werden um die Frischluftzufuhr aufrechtzuerhalten. Auch die Kleingärten die eigentlich weichen sollen, müssen ins neue Stadtbild integriert und nicht dem Boden platt gemacht werden. Unumgängliche Kleingartenareale, die bebaut werden müssen, sollten nicht neu verpachtet bzw. Alternativareale erschlossen werden. Die Einwohnerinnen und Einwohner müssen über die Bebauungspläne umfassend und transparent informiert werden um die Akzeptanz des Vorhabens zu sichern.

Rostock muss vor allem den kommunalen Sozialwohnungsbau vorantreiben. Nur so ließe sich auch eine soziale Durchmischung im neuen Stadtteil gewährleisten. Die DKP fordert in ihrem Sofortprogramm für die BRD den Bau von bundesweit 1 Million Sozialwohnung um der Konkurrenz auf dem Wohnungs- und Immobilienmarkt entgegenzuwirken. Privaten Investitionen muss bei Mehrfamilienhäusern ein Riegel vorgeschoben werden, denn gerade hier wären neue Wohnungen zu bezahlbaren Mieten von Nöten. Weiterhin muss eine mindestens 25 Jahre währende Mietpreisbindung vorgeschrieben sein, wie es die DKP ebenfalls bundesweit fordert. Mieten privat vermieteter Wohnungen dürfen nicht über den durchschnittlichen Mieten vergleichbarer kommunaler Wohneinheiten liegen. Wohnungen sind Menschenrecht und keine Spekulationsobjekte!

Die DKP Rostock wird die Entstehung von Groß-Biestow kritsch begleiten. Der Text kann als Flugblattvorlage herruntergeladen werden.

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