Bildungswochenende „Löhne rauf! Rüstung runter!“

Am zweiten März-Wochenende führte der Landesverband der DKP Mecklenburg-Vorpommern in Barhöft bei Stralsund sein erstes diesjähriges Bildungswochenende durch. Im thematischen Mittelpunkt des politischen Teils unserer Bildungsveranstaltung stand der Anspruch der Partei, angesichts der drohenden Kriegsgefahr die Friedensfrage mit dem Klassenkampf in der programmatischen Einheit eines „interessegeleiteten Antimilitarismus“ zusammenzuführen. Etwa zwölf Personen nahmen an der Wochenendveranstaltung in ihrer Gesamtheit teil; der gemeinsam mit dem RotFuchs gestalteten Sitzung wohnten zusätzlich extra hierfür angereiste Interessierte bei.

Mit besonderer Freude konnten wir mit Wolfgang Dockhorn einen hochkarätigen Referenten des RotFuchs zum Thema „Regierungsbeteiligung oder linke Politik“ begrüßen. Er plädierte – in der parteiübergreifenden Perspektive des RotFuchs – für eine Bündelung aller Linken mit dem Ziel, die Essentials linker Politikinhalte konsequent zu verteidigen – und dabei rechtsopportunistischen Tendenzen, eine Beteiligung an Regierungen (auf Landes- wie auf Bundesebene) selbst um den Preis eines Abrückens vom Antimilitarismus und vom Kampf für demokratische und soziale Rechte herbeizuführen, energisch entgegenzutreten.

In der darauffolgenden Sitzung wurden unter dem Motto „Frieden mit Russland“ die gegen die Aggressoren von NATO und EU gerichteten friedenspolitischen Positionen der DKP (und ihrer Verbündeten im antiimperialistischen Kampf) anhand zweier instruktiver Texte Klaus Hartmanns, des Vorsitzenden des Deutschen Freidenker-Verbands (DFV) – „Das Russland-Bild der Medien“ (Freidenker 2-07) und „Russland: ‚Imperialistisches Land‘ oder Widerpart des Imperialismus?“ (Freidenker 4-14) – erörtert. Dabei bestand unter den Anwesenden zumindest Einigkeit in der Zurückweisung der (auch in den genannten Veröffentlichungen scharf kritisierten) These vom imperialistischen und friedensgefährdenden Charakter des gegenwärtigen Russland. Hingewiesen wurde auf die Konvergenz der Interessen des russischen Staates, soweit er und seine Verbündeten dem Imperialismus (nicht zuletzt dem deutschen) etwa hinsichtlich Syriens, Iraks, Irans und der Ukraine entgegentreten, und jener aller von imperialistischer Gewaltpolitik betroffenen Völker. Eine Position der „Äquidistanz“ in solchen Konflikten komme nicht infrage.

Die abschließende Sitzung am Sonntagvormittag diente der Erarbeitung der theoretischen Erfassung des „militärisch-industriellen Komplexes“ im staatsmonopolistischen Kapitalismus, darüber hinaus aber auch der Diskussion über aktuelle Herausforderungen des antimilitaristischen Kampfs auch und vor allem im gewerkschaftlichen, also klassenkämpferischen Bereich. Hierfür bot die ‚Bildungszeitung‘ der SDAJ eine hervorragende Grundlage.
Eingebettet wurde dieses politische Programm in ein geselliges Miteinander, einschließlich guten Essens, einer Filmvorführung, einer Wanderung durch die vorpommersche Boddenlandschaft und der Option eines Saunabesuchs. Besondere Erwähnung verdient der anregende Austausch mit zwei anwesenden DKP-Genossen aus dem benachbarten Landesverband Brandenburg, die unseren Verband für die nächsten Monate zu sich einluden, sodass wir unseren länderübergreifenden Erfahrungsaustausch fortführen könnten.

Kommentare sind geschlossen