1.Mai – Widerstand mit Tradition

Der 1.Mai ist der Kampf- und Feiertag der Arbeiterklasse und aller Werktätigen.
Diese Losung hatte mich ein Leben lang begleitet. Bis 1989 war es schön, am 1.Mai morgens durch Rostocks Strassen zu gehen. Häuser bunt geschmückt; die Fahnen von Arbeiterklasse und DDR säumten die Häuserblöcke. Schaufenster waren gestaltet. Pioniere, FDJler, Jung und Alt strömten zu ihren Stellplätzen für die große 1.Mai-Demonstration. Ein buntes fröhliches Bild; wo sind diese Menschen heute ?
Die Paraden der Kampfgruppen der Arbeiterklasse und die Militärparade der NVA rundeten das Bild ab. Niemand fühlte sich davon bedroht. Die NVA bleibt die bisher einzige deutsche Friedensarmee der Geschichte. Jeder sah, hier zeigt die DDR-Bevölkerung,
sie ist bereit und in der Lage sich gegen imperialistische Aggressoren zu wehren. Leider kam es 1989 ganz anders.
Unmittelbar nach der Kampfdemonstration strömten Zehntausende auf den Kastanienplatz zum großen Volksfest.
Wo sind die Arbeiter und Angestellten der Rostocker Traditionswerften, der hochmodernen Handelflotte (DSR), vom Fischkombinat, vom Wohnungsbaukombinat, vom Dieselmotorenwerk, vom Seehafen und aus den vielen anderen Betrieben, Institutionen, Schulen und Instituten heute ?
Wo sind unsere volkseigenen Betriebe heute ?
Lebensfreude und Antifaschismus waren unsere Wegbegleiter. Frieden und Freundschaft mit den Völkern der Welt war Staatsdoktrin.
Gegen Alt- und Neonazis brauchten wir nicht blockieren. Ihnen wurde keine Chance gegeben, ihren politischen menschenverachtenden Unrat erneut zu verbreiten. Erst mit der Konterrevolution kamen sie aus dem Westen und aus ihren Löchern gekrochen.
Bürger Rostocks, kommt am 1.Mai nach Lütten-Klein und helft mit, dass Rostock sich nicht erneut schämen muss; helft uns den Naziaufmarsch durch friedliche Blockaden zu verhindern.

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